Der Raum rund um den Bahnhof Brugg-Windisch steht in den kommenden Jahren vor einem tiefgreifenden Wandel. Mit der Stilllegung des Kabelwerks und dem Ausbau des Bahnhofs entwickelt sich das bislang abgeschlossene Industrieareal zu einem lebendigen, offenen Stadtraum.



Die hervorragende Lage am Bahnhof schafft ideale Voraussetzungen für eine zukunftsorientierte Entwicklung mit hoher Nutzungsdurchmischung – sei es als gemischtes Wohnquartier, als Innovations-Hub in den bestehenden Hallen oder als Erweiterung und Profilierung des Hochschulcampus.


Die Transformation stärkt zugleich die Verbindung zwischen Brugg und Windisch durch neue und aufgewertete öffentliche Räume: Der Hallenplatz markiert den Auftakt zum Kabelwerksareal, die Campus-Passage schafft eine attraktive, grüne Verbindung nach Königsfelden, und der Kabelwerkplatz wird zum belebten Quartierzentrum zwischen den angrenzenden Nachbarschaften. Identitätsprägende Bestandsgebäude und Strukturen bleiben erhalten, werden umgenutzt und weiterentwickelt sowie punktuell geöffnet, um hochwertige Freiräume zu schaffen.



Auch die Quartiere Süssbach und Gleisfeld entwickeln sich zu qualitätsvollen Wohngebieten mit attraktiven Aussenräumen. So entstehen vielfältige, lebendige Nachbarschaften mit hoher Aufenthalts- und Lebensqualität – zum Wohnen, Arbeiten, Studieren und Begegnen.


Die Testplanung legt dafür eine klare räumliche Grundstruktur fest. Sie ermöglicht eine etappenweise Realisierung und schafft gleichzeitig ausreichend Flexibilität für zukünftige Entwicklungen und kommende Generationen. Der Beitrag wurde vom Begleitgremium als richtungsweisend beurteilt und für die Weiterbearbeitung empfohlen. Würdigung zum Thema Nachhaltigkeit aus dem Schlussbericht:
"Verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit sind in diesem Projekt integral verankert. Die städtebaulichen Setzungen erfolgen im Einklang mit den übergeordneten ökologischen Vorgaben. Das Projekt nutz vorhandene räumliche, bauliche, funktionale und ideelle Potenziale geschickt für ökologische Mehrwerte. Jede Etappe setzt vorhandene Ressourcen strategisch ein – von Zwischennutzungen über erste feste Aktivierungsmassnahmen bis zum Endausbau. Die etappenweise Entwicklung der Baufelder zu ökologisch funktionierenden Nachbarschaften eigener Prägung ist glaubwürdig. Besonders hervorzuheben sind die Vorkehrungen zur Minimierung der Grauen Energie: sinnhafte Weiternutzung bestehender Bauten, Begrenzung zusätzlicher Untergeschosse, Regression der Gebäudehöhe mit zunehmender Distanz zum Bahnhof, weitgehende Übernahme des bestehenden Strassennetzes sowie die Etablierung eines (dank Gleisanschluss überregional nutzbaren) Bauteillagers für zirkuläres Bauen."




Stadtraum Bahnhof Brugg Windisch. Status: Paralleler Studienauftrag im selektiven Verfahren. Ort: Brugg/Windisch (AG). Termine: Testplanung 2024 – 2025. Städtebau/Architektur: Salewski Nater Kretz AG, Zürich (lead), Freiraum/Stadtklima: BÖE Studio, Zürich, Mobilität/Verkehr: TEAMverkehr AG, Cham, Nachhaltige Stadtentwicklung: Michael Wagner, Studio Loko, Zürich, Nutzungen/Sozialraum: Cabane Urbane Strategien & Entwicklung, Basel. Auftraggeber: Stadt Brugg, Gemeinde Windisch, BRUGG Immobilien AG, Schweizerische Bundesbahnen SBB, Kanton Aargau. Weitere Informationen und Download Schlussbericht: www.stadtraumbahnhof.ch